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Animierte Erklärvideos

TECHNIK UND MEHR

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Autor Pascal Pape Designer

MYND – VIDEOWISSEN IN 100 SEKUNDEN

Warum es sich lohnt, diesen Artikel zu lesen:

  • Grundlagen der Animationstechniken für Erklärvideos
  • Die 12 Prinzipien der Animation
  • Hinweise auf Kosten eines animierten Erklärvideos
  • Ablauf des Animationsprozesses

Animierte Erklärvideos

TECHNIK UND MEHR

 

Die Römer waren‘s: Animation stammt vom lateinischen animatio und bedeutet „Beleben“. Animationen verleihen Ihrem Erklärvideo Seele durch Bewegung. Das bedeutet gleichzeitig: mehr Anreize fürs Auge, mehr Abwechslung, mehr Unterhaltung! Einfach fesselnd. Oder theoretisch gesprochen: Animierte Erklärvideos sind eine Aneinanderreihung grafischer, gerenderter oder statischer Illustrationen innerhalb einer bestimmten Sequenz. Doch grau ist alle Theorie, ab ins kalte Wasser! Wir schauen uns die unterschiedlichen Techniken und Prinzipien mal genauer an:

Bei Animationen werden üblicherweise 24 Bilder (Frames) pro
Sekunde verarbeitet und aneinandergereiht. Dadurch nimmt unser Auge die einzelnen Bilder als flüssigen „Film“ wahr, und somit als Animation. Bei dieser Art der Erklärvideo-Produktion kommt eine reale Kamera normalerweise nicht zum Einsatz. Eine Ausnahme bilden sogenannte Motion Captures: Dort werden Bewegungsabläufe mit Kamera aufgezeichnet, um sie später in der Animation wiederzuverwenden.

Kristina Mostovaia Designer

"Wir schauen ganz genau, welcher Animationsstil zu Ihrem Produkt und Anliegen passt."

Animation macht’s anders: Unterschiede zu anderen Videoformaten

 

Im Gegensatz zu gefakten“ Stop-Motion-Looks wie der klassischen Legetrick-Technik (bei der Grafiken lediglich von A nach B geschoben werden), sind animierte Erklärvideos wahre Bewegungskünstler. Nicht nur Bilder werden hier zum Leben erweckt, sondern auch einzelne Figuren und Elemente.

Animierte Erklärvideos unterteilen sich in die Kategorien 2D- und 3D-Animationen. Die Animation in 3D ist wesentlich kostenaufwändiger und erfordert mehr Rechenpower, damit die Raumtiefe in der Produktion künstlich erzeugt werden kann. Deshalb bewegen sich die meisten animierten Erklärvideos in der zweidimensionalen Ebene, ohne räumliche Tiefenwirkung. Die Videogestaltung in der zweidimensionalen Ebene heißt „Motion Graphics”.


Beispielvideo Legetrick mit Hand


Kunde:
Bytes & Buildings
Thema: Building Information Modeling

Animationstechniken für Erklärvideos

 

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Erklärvideo in Bewegung zu bringen. Jede Variante hat Vor- und Nachteile. Hier sind die geläufigsten Techniken, inklusive ihrer Licht- und Schattenseiten:

Keyframe-Animation (Schlüsselbild-Animation)

Hier werden Extremposen (z.B. Anfang und Ende einer Bewegung) werden durch Keyframes festgelegt. Der Computer berechnet die In-Betweens, also die Illustrationen, die zwischen den Keyframes liegen.
Vorteile: Die Keyframe-Animation ermöglicht lineare, gleichmäßige Animationen und beliebig viele Frames. Außerdem erlaubt diese Technik ein einfaches Anpassen und Abändern.
Nachteile: Bewegungen und Perspektive sind eingeschränkt und der gesamte Look der Animation wirkt arg gleichmäßig und eintönig. Das ist z.B. bei handgezeichneten Frames nicht der Fall.

Frame by Frame (Einzelbild-Animation)

Die Animation wird Bild für Bild (Frame by Frame) gezeichnet, bei einem Minimum von 12 Bildern pro Sekunde.
Vorteile: künstlerischer Look bei freier Wahl von Perspektive und Blickwinkel.
Nachteile: Frame by Frames sind sehr anspruchsvoll und aufwendig: Ein einsekündiges Video mit 60 Frames benötigt eine Arbeitszeit von rund 3 Stunden. Zudem muss der Animator über starke zeichnerische Fähigkeiten und anatomisches Know-How verfügen.

Mitarbeiterfoto: Attila Schunke

Attila Schunke, Videoberater

„Wir lassen Sie nicht im Animations-Dschungel allein.
Unsere Konzeptions- und Design-Teams kennen all diese Techniken und finden die richtigen für Ihr Video.“

Rigging (von englisch „to rig“: ausrüsten)

Klingt gruselig, ist aber so: Über die Figur wird eine Skelett-Struktur (Bones) gelegt, welche die Körperteile hierarchisch ordnet und den Bewegungsstil der Körperteile bestimmt.
Vorteile: einfaches, aber effektives Animieren innerhalb einer Keyframe-Animation.
Nachteil: Damit Alles schön gelenkig wird, braucht’s meist aufwendige Vorbereitung durch den Animator.

Stop-Motion-Verfahren

Schon die Sesamstraße nutze es, und unsere Legofiguren wurden durch das Stop-Motion-Verfahren zu Videostars: Einzeln gefilmte Bilder werden digital aneinandergereiht und somit die Illusion einer Bewegung erschaffen. Dabei helfen vielerlei Techniken: Cut-Out, Pixilation (stockende oder zappelige Charakterbewegungen), Knet- und Puppentrick und Brickfilm.

Rotoscoping

Bei diesem Verfahren wird ein Realfilm digital überzeichnet. Sie kennen das „Take on me“-Video von AHA? Dann kennen Sie jetzt auch die offizielle Bezeichnung für diese Art der Videoanimation.
Vorteile: Treffsicherheit in Bewegung und Perspektive, gekrönt durch einen künstlerischen Look.
Nachteile: Rotoscoping ist sehr aufwendig und dank seines speziellen Looks nicht jedermanns Sache.

3D-Animation

Pixar und Dreamworks animieren die meisten ihrer Kassenschlager in diesem Stil. Objekte und Figuren werden in einem dreidimensionalen Raum modelliert und vorbereitet (rigging und skinning). Nach der Animation erfolgen Texturierung und Ausleuchtung.
Vorteile: Die Animation basiert auf Keyframes, erlaubt aber eine freie Perspektivwahl.
Nachteile: 3D-Animationen erfordern eine hohe Rechenleistung und sind zudem sehr arbeits- und zeitaufwendig – ergo: sehr kostspielig.

Legetrick (digital)

Ein alter Gauner: Der Legetrick ist ein „gefakter“ Stop Motion-Look; die einfachste Form der Keyframe-Animation, die Grafiken werden lediglich von A nach B geschoben. Beispiel gefällig? Schauen Sie mal Southpark!

Die 12 Prinzipien der Animation

 

Moses brachte die 10 Gebote, Disney die 12 Prinzipien der Animation. Walt Disneys engste Mitarbeiter, die „Nine Old Men“, formulierten ein Dutzend Regeln und Prinzipien, die für die Illusion lebendiger Figuren und Welten essenziell sind. Erstmals 1981 veröffentlicht, sind diese 12 Prinzipien bis heute maßgebend für gute Animation.


THE ILLUSION OF LIFE

 

Walt Disneys 12 Prinzipien der Animation

Squash and Stretch (Quetschen & Strecken)

Die Figur oder das Objekt wird gestaucht und gestreckt, ohne das Gesamtvolumen zu beeinflussen. So werden Gewicht, Masse und auf die Figur einprasselnde Kräfte wie etwa die Geschwindigkeit wirkungsvoll dargestellt.

Anticipation (Vorwegnahme)

Eine vorausgehende Bewegung, die die eigentliche Hauptbewegung ankündigt: Springt die Figur etwa in die Luft, sollte sie vor dem eigentlichen Sprung in die Knie gehen, damit der Betrachter sieht: Aha, gleich geht die Figur „in die Luft“.

Staging (Inszenierung)

Figur, einzelne Objekte und gesamtes Setting eines Videos werden durch einzigartige Posen, die richtige Kameraeinstellung und der richtig getimten Anordnung so in Szene gesetzt, damit der Betrachter die Handlung in der richtigen Reihenfolge verfolgt. Eine Figur soll beispielsweise auf einer Banane ausrutschen. Danach sollen ihre fiesen Freunde sie wegen ihrer Schusseligkeit auslachen. Eine gleichzeitige Darstellung aller drei Elemente (Bananenschale, Figur, Passanten) sofort am Videoanfang sorgt für Irritation beim Betrachter. Er kann nicht einschätzen, auf welches Element er sich zuerst konzentrieren soll – und der Gag ist hin.

Straight Ahead und Pose to Pose

 

Straight Ahead

sequentielles Erstellen aufeinander folgender Einzelbildern mit     künstlerischen, fließenden Look. Animationen werden frei heraus gezeichnet. Das eignet sich besonders für unvorhersehbare Animationen, zum Beispiel die eines Feuers oder Regentropfen. Doch wie bei allen Bauchentscheidungen kann das Ziel schnell aus dem Fadenkreuz gelangen: Die Gefahr des „Abwanderns“ vom eigentlichen Animationsziel steigt.

Pose to Pose

Auf Nummer sicher: Die Extremposen der Figur werden zuerst erstellt. Das sind meist Anfang, Mitte und Ende einer Bewegung, zum Beispiel eines Sprungs. Die In-Between-Bewegungen werden nachträglich eingearbeitet. Das sorgt für sicheres, ordentliches Arbeiten, ist allerdings nicht so dynamisch und fließend.

Follow Through and Overlapping Action
(weiterführende und überlappende Bewegung)

Beide Begriffe bezeichnen verschiedene Phasen innerhalb einer Animation.
Follow Through: Schütteln Sie mal wild Ihren Kopf. Ihr wallendes Haar kommt erst nach dem Haupt  zum Stillstand. Oder physikalisch: Unbelebte Elemente folgen zeitversetzt der Hauptmasse (in diesem Fall: dem Kopf) und schießen über den Endpunkt hinaus.
Overlapping bezeichnet die zeitliche Verzögerung zwischen der Animation der Hauptmasse und dem unbelebten Element.

Slow In + Slow Out
(Beschleunigung und Abbremsung)

Damit natürliche Bewegungen auch als solche erscheinen, beginnen sie langsam, beschleunigen, und enden wieder langsam. Am Anfang und Ende einer Bewegung werden mehr Einzelbilder verwendet als in der Mitte, weil sie dort ja schneller sind.

Arcs (Bewegungsbögen)

Fast alle natürlichen Bewegungen erfolgen in Bewegungsbögen. Sie schwingen und sind nicht linear. Hat eine Animation mehr Schwung, macht das die Bewegungen der entsprechenden Figur realistischer.

Secondary Action
(zweitrangige oder unterstützende Bewegung)

Gleichzeitig verlaufende Bewegungen als Unterstützung und Verstärkung der Hauptbewegung (z.B. schwingende Arme beim Laufen).

Timing

Beschreibt sowohl die Dauer von Bewegungen als auch den Zeitraum zwischen den Bewegungen, beeinflusst durch verschiedene Aspekte wie z.B. die Körpermasse oder die innere Einstellung.

Exaggeration (Übertreibung)

Dick auftragen: Starke, aber stets kontrollierte Übertreibungen verdeutlichen Posen und Bewegungen. Allerdings dürfen die Bewegungen nicht ungenau oder hektisch aussehen!

Solid Drawing (solides Zeichnen)

Das grundsätzliche Vermögen eines Zeichners, konsistente Figuren zu zeichnen. Richtige Proportionierung, das Körpervolumen und eine korrekte Perspektive müssen in der Bewegung erhalten bleiben.

Appeal (Charisma, Charme und Reiz)

Die Kirsche auf der Sahne: Aussehen und Design, Bewegung und Pose müssen dem individuellen Charakter einer Figur angemessen sein und seine inneren Qualitäten effektiv darstellen.

Beispielvideo Pen & Paper (Scribble)

 

Kunde: Eigenproduktion
Thema: Vorstellung des Scribble Stils

Wie wird animiert? Der Animationsprozess

 

Grundsätzlich können bei der Erstellung animierter Erklärvideos alle erwähnten Techniken verwendet werden. Es soll ja kreativ sein! Die meiste Zeit arbeiten Animatoren mit mehreren Techniken. Doch manchmal, aber selten, mag manch‘ Technik die andere nicht: Rigging funktioniert z. B. zwar mit Key-Frame Animation, aber nicht mit der Frame-by-Frame Technik. Entscheidend ist meist schon die Wahl des richtigen Programms.

Mitarbeiterfoto: Kristina Mostovaia

Kristina Mostovaia

Die 12 Prinzipien der Animation sind eine Grundlage, die jeder Designer beherrschen sollte. 

Alles hat seinen Preis – Die Kosten eines animierten Erklärvideos

 

Animierte Erklärvideos fallen für gewöhnlich rudimentärer als klassische Trickfilme aus. Wir sprechen hier auch von teilanimierten Videos. Hierbei werden in der Regel ausschließlich Keyframes eingesetzt, welche die Eckpunkte einer jeden Bewegung darstellen. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen wird dadurch ein wesentlich niedrigeres Budget und weniger Rechenpower benötigt. Zum anderen kann schneller auf Feedback des Auftraggebers reagiert werden. Veränderungen lassen sich daher verhältnismäßig schnell und mit überschaubarem Kostenaufwand durchführen. Vollanimierte Erklärvideos, bei denen deutlich mehr In-Betweens zum Einsatz kommen, bieten aktuell nur sehr wenige Agenturen auf dem deutschen Markt an.

Alles hat seinen Preis – Die Kosten eines animierten Erklärvideos

 

Animierte Erklärvideos fallen für gewöhnlich rudimentärer als klassische Trickfilme aus. Wir sprechen hier auch von teilanimierten Videos. Hierbei werden in der Regel ausschließlich Keyframes eingesetzt, welche die Eckpunkte einer jeden Bewegung darstellen. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen wird dadurch ein wesentlich niedrigeres Budget und weniger Rechenpower benötigt. Zum anderen kann schneller auf Feedback des Auftraggebers reagiert werden. Veränderungen lassen sich daher verhältnismäßig schnell und mit überschaubarem Kostenaufwand durchführen. Vollanimierte Erklärvideos, bei denen deutlich mehr In-Betweens zum Einsatz kommen, bieten aktuell nur sehr wenige Agenturen auf dem deutschen Markt an.

Für Sie zusammengefasst.

DIE 8 WICHTIGSTEN FAKTEN
  1. Animationen sind die Seele der Erklärvideos, weil sie dem Auge mehr Anreize, mehr Abwechslung, und mehr Unterhaltung bieten.
  2. In den sozialen Netzwerken sind animierte Erklärvideos ein beliebtes Marketinginstrument.
  3. Weil die Videos leicht verständlich und oft emotional gehalten sind, verbreiten sie schnell und viral im Netz.
  4. Es gibt unterschiedliche Techniken, die Videos und Bewegtbild Leben einhauchen.
  5. Grundsätzlich können bei der Erstellung animierter Erklärvideos verschiedene Techniken kombiniert werden.
  6. Zusätzlich gibt es eine ganze Reihe wichtiger Animations-Prinzipien die heute zum Grundwissen jedes Animators und Designers gehören.
  7. Animierte Erklärvideos fallen für gewöhnlich rudimentärer als klassische Trickfilme aus und werden daher auch als teilanimierte Videos bezeichnet.
  8. Teilanimierte Videos brauchen ein niedrigeres Budget und Änderungswünsche lassen sich verhältnismäßig schnell und mit überschaubarem Kostenaufwand einarbeiten.

Haben Sie noch Fragen zu den Animationsmöglichkeiten?

Wir beantworten diese gerne!
Tobias Hertel Video Consultant

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